ausländische Krankenversicherung

Private Krankenversicherung für in Deutschland lebende Ausländer

Wieder einmal geht es um die deutsche Gesetzgebung und ihre Umsetzbarkeit.
Zum Einen wird von allen in Deutschland lebenden Personen der Nachweis einer Krankenversicherung verlangt, zum Anderen ist es oftmals schwierig eine solche zu bekommen.
Ein Beispiel:
Rafaela, ledig und 32 Jahre alt, kommt aus Rumänien und lebt seit 3 Jahren in Deutschland. Sie arbeitet selbständig als Übersetzerin und hat sich seither einfach nicht um ihren Versicherungsschutz bemüht.
Aufgrund ihrer jungen Selbständigkeit hatte sie ein paar kleinere Schwierigkeiten mit ihrer Bank und hat sich überdies noch einen negativen Schufaeintrag eingefangen.
Nachdem ihr Übersetzungsbüro nun besser läuft, hat sie sich entschlossen zur örtlichen Krankenkasse zu gehen und sich gemäß ihrer gesetzlichen Verpflichtung dort anzumelden und zu versichern.
Dort erfährt sie, dass Sie als Selbständige doch besser zu einer Privaten Krankenversicherung (PKV) gehe, da man ihr seitens der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nicht weiterhelfen könne.
Rafaela schreibt 10 private Deutsche Krankenversicherungsunternehmen an und stellt Aufnahmeanträge. Trotz bester Gesundheit erhält sie durchweg Ablehnungen aufgrund ihres Schufaeintrags.
Die PKV sieht sich genauso wenig in der Pflicht wie die GKV und Rafaela erhält trotz deutscher Gesetze zunächst keinen Krankenversicherungsschutz.
Bei der GKV wird ihr erklärt, da sie in Deutschland keinen durchgehenden Versicherungsschutz gehabt habe, sei die PKV für sie zuständig.
Bei der PKV wird ihr erklärt, da sie zuletzt in Rumänien, also der EU gesetzlich versichert war, sei die GKV für sie zuständig und verweigert auch einen Basisschutz.

Da kommt Rafaela ein Gedanke: „Bei meiner rumänischen Staatskrankenversicherung habe ich mich ja nie abgemeldet, da mich der Versicherungsschutz dort nie etwas gekostet hatte.“ Sie schreibt ihren rumänischen Versicherer an, welcher erklärt: „Wenn Sie sich jetzt bei uns abmelden, können wir das EU-Formular E 104 ausstellen, auf dem wir bestätigen, dass bei uns bis heute Versicherungsschutz bestand.“ Rafaela hatte Glück, denn Dank dieser Bescheinigung konnte sie sich doch noch bei der GKV versichern. Ihre Alternative wäre gewesen: „Mindestens für einen Monat in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis zu kommen“ (früher waren dies 12 Monate), um versicherungspflichtig zu werden, zu heiraten oder sich ihren Versicherungsschutz im Basistarif bei einem privaten Versicherungsunternehmen zu erklagen.

Kurzzeitig hatte Rafaela auch folgende Lösung in Erwägung gezogen: „Wenn mich keine deutsche Krankenversicherung trotz bestehender Gesetze aufnimmt, versichere ich mich eben privat im EU Ausland.“ Das geht zwar, wird aber nach deutschen Gesetzen nicht als vollwertige Versicherung im Rahmen des Pflichtversicherungsgesetzes anerkannt. Dennoch wäre es fast die einzige Lösung gewesen im Krankheitsfall nicht unversichert dazustehen. Die Möglichkeit diese Versicherung für Expatriierte abzuschliessen, besteht z.B. über das in Europa in Schottland sitzende und aus den USA stammende Versicherungsunternehmen Cigna (Link). Vor allem wird Cigna von Mitarbeitern international tätiger Organisationen, wie der EU oder der UNO genutzt, welche ab sofort weltweiten Versicherungsschutz ausserhalb ihres Heimatlandes benötigen. Auch für Rafaelas Situation wäre Cigna die Lösung gewesen, zwar nicht nach den für sie augenscheinlich unerfüllbaren Anforderungen der deutschen Gesetzgebung, jedoch wenigstens krankenversichert zu sein.

Es bleibt zu hoffen, dass der deutsche Gesetzgeber und die gesetzlichen wie privaten Versicherungsunternehmen bald dafür Sorge tragen, dass sich in Fällen wie der Rafaelas nicht weiterhin die Katze in den Schwanz beisst, bzw. die EU dafür sorgt, dass in Deutschland bald andere private in der EU zugelassene Versicherungsunternehmen auch als vollwertige Alternative anerkannt werden müssen.

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Hansemerkur, Kranken-Vollversicherungen, Reiseversicherungen, Versicherungen für Gäste in Deutschland

Anmerkung:
Cigna versichert weltweit Expatriierte, das bedeutet „Menschen, die ausserhalb ihre Heimatlandes dauerhaft leben.“ Der Versicherungsschutz gilt weltweit,
wobei für die lediglich für USA Reisende Zuschläge erhoben werden. Für Urlaubsreisen ins Heimatland gilt der Versicherungsschutz bis zu 90 Tagen, für USA Reisende der zusätzliche Abschluß einer Reisekrankenversicherung.